Eifelverein Abb. 1

Die Anfänge des Eifelvereins hängen eng mit der Wirtschaftsgeschichte der Eifel zusammen. Charakteristisch für die Eifel im 19. Jahrhundert waren Armut, Notstand, Hunger - daraus resultierend eine hohe Kindersterblichkeit sowie viele Abwanderungen. Die Ursachen hierfür können in der Rückständigkeit der Landwirtschaft, dem Niedergang der Eisenindustrie, fehlenden Verkehrswegen und dem Erbe der französischen Zeit gesehen werden. Die Eifel trug das Negativ-Image des „Rheinischen oder preußischen Sibiriens“.

Diesem Trend entgegen zu wirken war das Ziel von Dr. Adolf Dronke und weiteren Mitstreitern, als sie am 22. Mai 1888 in Bad Bertrich den Eifelverein gründeten.

Die Idee des wirtschaftlichen Aufschlusses der Eifel unter Nutzung des landschaftlichen und damit touristischen Potentiales, aber auch eine Hinführung der Landwirtschaft zu effizienten Wirtschaftsmethoden, sowie die Förderung von Industrie und Gewerbe sollten neben dem Hauptverein von vielen Ortsgruppen getragen und vermittelt werden.

Beseelt von diesem Gedanken initiierten die vier Gillenfeld, die in Bad Bertrich bei der Gründung des Hauptvereins dabei waren, umgehend die Gründung der Ortsgruppe Gillenfeld. 40 Personen listete das erste Mitgliederverzeichnis vom 23.07.1888 auf.

Abb. 2

Abb. 2: Wandergruppe des Eifelvereins 1955 vor dem Gasthaus „Zur Linde“ in Strohn

Archiv: Eifelverein Gillenfeld

Seit dem sind 127 Jahre vergangen. Die Eifel konnte ihr Armutsmäntelchen abstreifen und konkurriert heute durchaus erfolgreich mit anderen Regionen.

In den 127 Jahren seines Bestehens hat der Eifelverein viele Höhen und Tiefen erlebt. Und doch gibt es ihn noch - sowohl den Hauptverein, als auch die Ortsgruppe Gillenfeld und das auf einer recht aktiven Ebene, die sich jedoch in ihren Zielsetzungen etwas gewandelt hat. Nicht mehr die wirtschaftliche Entwicklung der Eifel steht im Vereinsvordergrund, sondern das „Bewahren“ – unserer einmaligen Landschaft und Natur, des Brauchtums, der Mundart, der Denkmäler – also unserer Kultur – deklarieren heute mit hohem Stellenwert die Vereinssatzungen. Daneben das Wandern auf einem ausgezeichneten Wanderwegenetz, welches heute die Eifel durchzieht und überwiegend dem Qualitätsmanagement des Eifelvereins unterliegt.

Auf kultureller Ebene kann die Ortsgruppe Gillenfeld auf folgende besondere Ereignisse und Erfolge zurückblicken:

  • 1949 Großer Eifelheimattag, 1949 und Folgejahre Sommerfeste am Pulvermaar,

  • Anfang der 50er Jahre Karnevalsveranstaltungen,

  • Mitte der 50er Jahre Heimatabende mit populärwissenschaftlichen Vorträgen,

  • ab 1968 zehn Jahre lang „Pulvermaar in Flammen“ (Heimatfest mit Großfeuerwerk am und auf dem Pulvermaar),

  • 1988 große 100-Jahrfeier,

  • ab 1984 Renovierung und Übernahme des Backhauses in die Unterhaltung, traditionelles Brotbacken bei jährlichen Backfesten,

  • 1991/92 Sanierung des Berger Heiligenhäuschens unter der Trägerschaft der Ortsgruppe,

  • 1999 Herausgabe der Mundartfibel „Jelfeder Platt und soß Jeschejits“ – Präsentation im Rahmen eines Mundartnachmittages.

(Hierfür erhielt die Ortsgruppe den „Konrad-Schubach-Natur- und Kulturpreis 2000“.

Insgesamt für ihr kulturelles und umweltbewusstes Engagement wurde die Ortsgruppe bereits 1988 vom Bundespräsidenten mit der „Eichendorff-Plakette“ ausgezeichnet.)

  • 2001-2003 Grundsanierung des Backhauses,

  • 2004 Gestaltung des Platzes neben dem Backhaus.

  • Bei den baulichen Aktivitäten darf die Herrichtung des Vereinsheimes mit Materiallager im Ronnental nicht vergessen werden.

  • Unvergessen sind die unzähligen Wanderungen, Tagesfahrten und Mehrtagesausflüge.

Abb. 3

Abb. 3: Festgeschehen am Backhaus im Jahre 2004

Foto: G. Schenk

Aktuell führt die Ortsgruppe Gillenfeld regelmäßige Wanderungen mit differenzierten Anforderungsprofilen sowie Tages- und Mehrtagesfahrten durch und ist im Rahmen der Mitgliederbetreuung aktiv. Zweimal im Jahr wird im Backhaus Brot gebacken.

Pflege und Unterhaltung von Wander- und Themenwegen sowie des Vereinsheims und des Backhauses belegen einen weiteren Anteil des ehrenamtlichen Arbeitsbudgets.

Die diversen Aktivitäten vermittelt der jährliche Wander- und Veranstaltungskalender.